Musik hören unter Linux mit dem Music Player Daemon

Ich habe einen neuen. Er ist genau, was ich brauche. Er heißt Music Player Daemon oder kurz mpd.

Ich hatte sie ja schon alle: XMMS, den kleinen, stabilen und mittels Plugins schön erweiterbaren Player, dann dessen GTK2-Fork Beep Media Player (XMMS basiert noch immer auf GTK1), dem aber zumindest im Debian-Paket noch einige Plugins fehlen, Rhythmbox, den übersichtlichen und mächtigen Gnome-Player, der aber auch mächtig Platz auf dem Schirm und im Speicher verbraucht, sowie einige andere.

Bisher bin ich immer wieder auf XMMS zurückgekommen, weil der am stabilsten war und meinen Bedürfnissen am nächsten kam:

  • Wenig Platzverbrauch auf dem Bildschirm
  • Problemloses Handling großer Playlisten
  • Crossfading und Random Mode
  • Auch per Kommandozeile steuerbar
  • Klein und schnell
  • Spielt auch Streams und kann diese in Playlisten ablegen
  • Status-Icon für die Notification Area

Doch es haben mich auch prinzipbedingte Dinge daran gestört:

  • Wenn man sich mal ausloggt, z.B. nach einem dist-upgrade, ist auch die Musik aus
  • Will man anderen Leuten im Netz ermöglichen, mal schnell einen Titel zu skippen, muss man ihnen dafür einen ssh-Zugang zum eigenen User aufmachen. Sehr unschön!

Aber jetzt habe ich micht endlich einmal aufgerafft, mir den mpd anzusehen. Es handelt sich dabei um einen Daemon, der wahlweise beim Boot oder als User gestartet werden kann. Dieser Dämon tut nichts anderes, als auf einem eigenen TCP-Port auf Requests zu warten und entsprechend seine Playlisten zu verwalten und Musik abzuspielen. Um mit dem Daemon zu sprechen, stehen einem verschiedene Clients zur Verfügung. In Debian sind bisher der Kommandozeilen-Client mpc und der Gnome-Client gmpc enthalten. Es gibt aber auch noch andere, auch für KDE.

Den mpc benutze ich überwiegend zum Scripten, beispielsweise zum nächtlichen Update der Datenbank mittels "mpc update", sowie zur Einbindung in Webbrowser, Streamtuner und andere Programme mit Hilfe der in der Man Page angegebenen Scripts.

Die Gnome-Variante gmpc verwende ich genau so, wie ich bisher XMMS interaktiv verwendet habe. Der Player ist in etwa so groß wie XMMS, aber viel übersichtlicher und passt sich natürlich besser in einen Gnome-Desktop ein. Das Status-Icon für die Notification Area bietet mehr Information bei gleichem Platzbedarf, und da das POP-Up-Fensterchen dieses Icons eigentlich alle Informationen zusammenfasst, die man auch auf dem Player selbst zu sehen erwartet (auch den Albumnamen!), bleibt das Hauptfenster der Players ohnehin meist geschlossen.

Und das schöne ist: Wenn jemand anderes im Netzwerk (oder auch ich selbst von einem anderen Comuter aus) den Player steuern möchte und ich ihn dafür freigeschaltet habe, dann kann er das ohne Umwege tun. Beispielsweise kann jeder in dem Büro, in dem ich gerade sitze, einfach auch den gmpc starten und auf meinen Rechner konfigurieren, und schon sieht sein gmpc genau so aus wie meiner und er kann auch die gleichen Funktionen damit steuern. Man kann den mpd also auch als Netzwerk-Jukebox benutzen.

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synchron abspielen

synchron abspielen

Ich hatte immer gedacht, XMMS ließe sich über nen fifo steuern, den man per nfs nutzen könne, aber das hab ich jetzt selber nicht wiedergefunden...

Ich such ne Möglichkeit, auf mehreren Rechnern laufende Player zu synchronisieren, sprich wenn ich auf Rechner X einen neuen Track wähle, dann spielen den auch zeitsynchron die Player auf Rechnern Y und Z. Gibts da was?

Das wird aber verdammt

Das wird aber verdammt schwierig mit der Synchronisierung. Wenn die Rechner zeitgleich abspielen sollen, würde ich mich einmal mit Icecast oder anderen Audio-Broadcast-Protokollen auseinandersetzen. Aber auch da hat man immer das Problem der Latenz. Sinnvoll wäre es daher wohl, einen Rechner als Server zu betreiben, der aber selbst nicht abspielt, und die anderen Rechner mit möglichst identischer Paketlaufzeit anzubinden.

Schicke Sache Ulf, nach

Schicke Sache Ulf,

nach einem "emerge mpd mpc kmp" kamm ich auch in den Genuss und habe gleich mal den KDE-Client ausprobiert, allerdings haben mich für den täglichen Umgang doch besonders 2 Punkte gestört:
- Sehr langsames Laden von sehr großen Playlisten
- Viele liebegewonnen Funktionen aus XMMS fehlen mir
- Noch keine Implementierung für Lautstärke, Seek und Crossfadekontrolle
Hingegen hat mich der Kommandozeilenclient sehr begeistert! Überraschenderweise hat sich auch der Gnomeclient bei mir kompilieren lassen, da ich bis auf gtk keine Gnomebibliotheken installiert habe.
Den werde ich jetzt erst mal ein paar Tage testen und dann mal gucken ob ich dem XMMS abschwören kann. Was ich noch vermisse wäre ein Funktionalität um auch die Musik auf einen anderen Rechner Streamen zu können.
Was Dein grafischen Logout betrifft kann ich Dir das Plugin morestat empfehlen was XMMS bei Start mit allen alten Eisntellungen an genau der Stelle weiterspielen lässt an der es aufgehört hat. So sollte sich ein kurzer grafischer Logout verkraften lassen. Was die Fernsteuerung durch andere Leute betrifft, falls es sowas wirklich nicht auf TCP-Basis für XMMS gibt mal eine Aufforderung an Dich oder andere gelangweilte :-P Entwickler mal ein nettes Plugin zu schreiben. (Vielleicht sollte ich mich ja auch selber angesprochen fühlen...)
Naja, auf jeden Fall danke für Deinen Tip und schöne Grüße,
Pascal

Hm, klingt Interessant. Ich

Hm, klingt Interessant. Ich denke den muss ich mir demnächst mal ansehen. Danke für den Hinweis.

Gruss,Frank