Aus gegebenem Anlass ruft ja zur Zeit jede zweite Webseite zum Spenden auf, um den Tsunami-Opfern in Asien zu helfen. Dem kann ich mich nur anschließen! Allerdings habe ich auch einige Gedanken dazu, die man nicht überall zu lesen bekommt.
So hielt ich beispielsweise nur wenig von der Aktion "Spenden statt Böller". Klar, das hört sich ja erst einmal gut an, aber da ich jedes Jahr nur sehr wenig Geld zum Ballern ausgebe, spende ich doch lieber etwas mehr. Und ballern tue ich trotzdem noch. Der Slogan klingt ja so, als stünde jeder beim Geldausgeben vor der Frage: "Spenden oder Böller? Beides kann ich mir nicht leisten." Ich denke, wer so viel Geld für Böller ausgibt, dass es ihn spürbar finanziell belastet, der hat selbst ein Problem. Sogar ein gewaltiges, und damit meine ich nicht sein knappes Budget. Ich habe also ein vielfaches meiner Silvesterkosten gespendet (ohne mich hier zum Helden machen zu wollen, wie gesagt, ich gebe nur wenig für's Knallen aus) und habe zusätzlich geballert. Dabei habe ich mir erlaubt, ein wenig Spaß zu haben. Und ein schlechtes Gewissen habe ich nicht, denn im Gegensatz zu finanzieller Beteiligung kann man mit langen Gesichtern niemandem helfen.
Nun gibt es ja noch den oft gehörten Aufruf (unter anderem bei pixelgraphix) gehörten Aufruf, dass doch jeder 10,- Euro spenden möge. Finde ich ja gut, und wenn das wirklich jeder macht, kommt eine ernstzunehmende Summe dabei zusammen. Ich finde das sogar sehr gut, und so sollte jeder, der knapp bei Kasse ist, doch zumindest diese 10,- Euro erübrigen. Wer nicht ganz so sehr knausern muss, sollte aber bedenken, dass nicht wirklich jeder diesen Aufruf befolgt. Also spendet lieber etwas mehr, um die AsosMitmenschen zu kompensieren, die nicht über ihren Schatten zu springen vermögen. Klar, es ist nicht korrekt, für andere Leute mitzubezahlen, aber dies ist wirklich nicht der passende Rahmen, um auf Prinzipien zu bestehen. Es muss ja auch nicht gleich so viel sein, wie vielleicht ein Anwalt lockermachen kann, aber man kann sich ja ruhig einmal auf der Zunge zergehen lassen, dass es Leute gibt, die sogar deutlich mehr spenden. Was aber niemanden davon abhalten darf, auch kleinere Beträge zu spenden. Jeder, wie er kann.
Wie auch sonst immer hört man die wildesten Ausflüchte, wenn jemand nicht spenden möchte. Dinge wie "Ich zahle doch schon genug Steuern, da muss ich nicht auch noch spenden, das tut doch jetzt der Staat mit meinen Steuern" sind natürlich total daneben, denn es weiß ja schließlich jeder, dass Steuergelder in erster Linie zum geplanten Verbrauch und nicht für eventuelle, wohltätige Zwecke gesammelt werden. Klar, man kann sich natürlich über die Höhe der Steuern aufregen, aber auch dafür ist dieser Anlass mehr als unpassend. Gern wird auch als Gegenargument angeführt, dass das meiste Geld doch im Wasserkopf der Hilfsorganisationen versickert und nicht in den Hilfsgebieten ankommt. Wer dies hier lesen kann, hat aber offensichtlich einen Internetzugang und kann sich ausgiebig darüber informieren, dass dieses alte Ammenmärchen für die Mehrzahl der Organisationen unzutreffend ist. Passende Links am Ende dieses Artikels.
Schließlich möchte ich noch sagen, dass der Tsunami in Ostasien trotz der hohen Opferzahl nicht das einzige Elend dieser Welt darstellt. Auf den Seiten der diversen Hilfsorganisationen kann man sich ansehen, was sonst noch alles schiefläuft. Damit sich nun nicht das Geld für die Hilfe in den Seebebengebieten stapelt, obwohl es wegen logistischer Schwierigkeiten nur zögerlich eingesetzt werden kann, sollte man Spendenüberweisungen einfach ohne Verwendungszweck ausfüllen. Dann dürfen die Spendenempfänger es nämlich dort einsetzen, wo sie es auch wirklich akut verbrauchen können. Hier habe ich einen Fehler gemacht. Weil es auf den Tagesschau-Seiten so stand, habe ich einfach den Verwendungszweck "Seebeben" eingesetzt, ohne weiter darüber nachzudenken. Ist auch nicht so schlimm, Hauptsache, es kommt überhaupt Geld an, aber wenn man es den Helfern leichter machen will und sein Gehirn einschaltet, lässt man das Feld besser leer.
Tja, und wo wir doch gerade schon einmal am bekehren sind: Spendengelder werden immer benötigt. Nicht nur nach einem Seebeben und schon gar nicht nur kurz vor Weihnachten. Also sollte man auch gleich darüber nachdenken, regelmäßig etwas zu spenden. Wer da nicht dauernd dran denken möchte, der kann ja auch Fördermitglied bei einer Organisation seiner Wahl werden, dann geht alles weitere automatisch. Ich kann jedem nur empfehlen, sich einmal genau auf den Webseiten der Hilfsorganisationen umzusehen.
An welche Hilfsorganisation man spendet, das kann sich jeder selbst aussuchen. Auf der Tagesschau-Übersicht sind die wichtigsten Organisationen mit Bankverbindung und Link auf die jeweilige Homepage aufgeführt, die an den Hilfsaktionen in Ostasien beteiligt sind. Ich habe mich für Ärzte ohne Grenzen antschieden, weil die meines Wissens die ersten waren, die sich nach Sumatra aufgemacht haben, aber auch die anderen Organisationen leisten sicherlich gute Arbeit und haben unsere Spenden verdient. Man muss ja auch nicht immer auf das gleiche Konto überweisen...
Update: Über die Arbeit und Vertrauenswürdigkeit der Hilfsorganisationen kann man sich auch auf den Seiten Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen informieren.
Comments
...ein Beitrag, der mir sehr
...ein Beitrag, der mir sehr gut gefallen hat. Auch ich war schon die letzten Tage am Überlegen, an welche Organisation ich meine Spende richte. Der Link zum Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen war mir diesbezüglich eine gute Hilfe.
Gestern habe ich mich für eine regelmäßige Spende an "Brot für die Welt" entschieden - ohne bestimmten Verwendungszweck...
(bei Ärzte-ohne-Grenzen z.B. bitten sie mittlerweile ausdrücklich darum, nicht mehr speziell für die Tsunami-Hilfe zu spenden).
vornweg: ich hab auch
vornweg: ich hab auch gespendet, obwohl ich mein studium nebenbei alleine durchs jobben finanzieren muss und der osten stundenlohn-technisch dabei nicht viel hergibt, weshalb ich IMMER knapp bei kasse bin.
aber leute als "Asos" zu bezeichnen, die aus diesen oder jenen gründen nicht spenden, finde ich schon ziemlich abgefahren. sag' bloß, du spendest auch regelmäßig monatlich deine 100 euro und nicht nur alle 700 jahre, wenn mal statistisch ein tsunami die welt auf den kopf stellt.
jedenfalls finde ich, dass jedem freigestellt sein sollte, ob er was spenden will oder nicht, und sich nicht von leuten wie dir dafür verurteilen lassen muss. sowas finde ich schon ziemlich frech.
zudem will ich wetten, dass viele ihre spenden am jahresende von der steuer absetzen. das finde ich dann auch arm. noch ärmer als gar nicht spenden.
Danke für Deinen Kommentar.
Danke für Deinen Kommentar. Schade allerdings, dass Du Dich an einem einzigen Wort hochziehst, anstatt auf die gesamte Aussage einzugehen. Da steht ja unter anderem auch etwas von "Jeder wie er kann". Auch bezüglich der Deiner Frage nach den regelmäßigen Spenden frage ich mich, ob Dir aufgefallen ist, dass da oben um das schlimme Wort herum noch ganz viele andere stehen, die dem ganzen vielleicht mehr Aussage verleihen als ausgerechnet eine Provokation in vier Buchstaben.
jedenfalls finde ich, dass jedem freigestellt sein sollte, ob er was spenden will oder nicht, und sich nicht von leuten wie dir dafür verurteilen lassen muss. sowas finde ich schon ziemlich frech.
Interessant finde ich an diesem Land, dass auf Provokationen immer als erstes die Menschen anspringen, die sich den Schuh eigentlich gar nicht anziehen müssten. Man mag ja darüber denken, wie man will, aber genau diese Pseudobetroffenheitsmanie schürt am ehesten die Haltung, dass man am wenigsten aneckt, wenn man einfach gar nichts tut und auch nichts sagt.
Noch interessanter, aber auch bedauerlich finde ich, wie viele Menschen den Tsunami und die damit verbundenen Spendenaufrufe nur als Aufhänger für persönliche Diskussionen und Mimositäten benutzen. Das hilft niemandem!
zudem will ich wetten, dass viele ihre spenden am jahresende von der steuer absetzen. das finde ich dann auch arm. noch ärmer als gar nicht spenden.
Betrachten wir das doch einmal ganz emotionslos: Mit der Möglichkeit, Spenden von der Steuer abzusetzen, hat der Staat ganz bewusst eine Möglichkeit geschaffen, Geld zu sparen, wenn man gleich gleichzeitig mehr Geld für wohltätige Zwecke ausgibt. Ist ja nicht immer so, dass jemand durch geschickte Berechnung der Spendenhöhe in eine steuerliche Situation gerät, in der er die gesamte Spende zurückbekommt. Insofern verstehe ich nicht, was daran "arm" sein soll, wenn jemand dieses Angebot unseres Staates nutzt. Es würde auch niemand als "arm" bezeichnen, eine Steuererklärung abzugeben, weil man eine Rückzahlung zu erwarten hat.
Oder ärgert Dich nur, dass der Spendenlink auf Deiner Homepage nicht steuerabzugsfähig ist?
BTW: Das hier ist, wie Du vielleicht gemerkt hast, ein überwiegend technisch ausgerichtetes Weblog. In der Folge, wenn auch nicht zwangläufig, bin ich auf Damenbesuch nicht eingestellt. Wenn Dir also mein Stil nicht gefällt (ich habe ja fast das Gefühl), dann waäre es ganz super, wenn Du Dir zur Äußerung dieser Umstände ein beliebiges anderes Thema aussuchen könntest. Genügend Artikel mit fragwürdigen Äußerungen meinerseits finden sich bestimmt. Aber ausgerechnet dieses Thema zum Kernpunkt hitziger Debatten zu machen, halte ich für kontraproduktiv, weil dadurch garantiert Leute abgeschreckt werden, die sich noch unsicher sind, ob sie spenden möchten oder nicht.
aber du meinst, wenn du die
aber du meinst, wenn du die leute, die sich unsicher sind und noch nicht gespendet haben, als "asos" beschimpfst, dass du sie dann eher animierst, aus freien stücken was zu spenden?
wenn du nicht möchtest, dass leute auf deine provokationen reagieren, dann provozier' doch vielleicht einfach nicht. du wusstest doch genau, dass es leute geben könnte, die deine ansicht nicht einfach kommentarlos schlucken würden. da fragt man sich, wie produktiv in erster linie deine herablassenden worte im rahmen dieses themas sind und ob es auch ohne provokation zum gewünschten erfolg ohne eine hitzige debatte gegangen wäre.
Sachma, Du machst ja kein
Sachma, Du machst ja kein Geheimnis daraus, dass Du Jura studiert. So solltest Du es gewöhnt sein, Texte genau zu lesen. Wenn ich nun also schreibe...
Also spendet lieber etwas mehr, um die
AsosMitmenschen zu kompensieren, die nicht über ihren Schatten zu springen vermögen....dann ist das natürlich ein primitiver Seitenhieb - wozu ich im übrigen stehe - aber eben nicht auf den Leser, denn dieser wird von der Formulierung durch die direkte Ansprache ausgenommen. Es steht dabei selbstverständlich jedem Leser frei, sich von der angesprochenen Person hin zu der anderen, besagten Gruppe zu bewegen, wenn er sich dort wohler fühlt. Dass er dann auch in den zweifelhaften Genuss meiner von Dir gerügten Betitelung kommt, ist nun einmal nicht auszuschließen, aber für die davon Betroffenen vermutlich weniger störend als für Dich.
Und trotzdem bleibe ich dabei: Hier geht es ausnahmsweise einmal nicht um Privatangelegenheiten des einen oder anderen Bloggers, sondern um Leben oder Tod anderer Menschen. Bitte frage Dich noch einmal, ob Dir Deine emotionale Unversehrtheit wirklich wichtiger ist.
jetzt solltest du aber
jetzt solltest du aber anmerken, dass du das wort "Asos" im nachhinein weggestrichen hast und "Mitmenschen" dann dahinter geschrieben hast.
im übrigen bin ich nicht völlig uneinig mit dir bezüglich deiner gerellen ausführungen, aber den part, den ich kritisierte, wollte ich trotzdem angesprochen haben.
jetzt solltest du aber
jetzt solltest du aber anmerken, dass du das wort "Asos" im nachhinein weggestrichen hast und "Mitmenschen" dann dahinter geschrieben hast.
Oh je, wenn man schon einmal anfängt, nachgiebig zu sein...
Also: Hiermit sei angemerkt, dass die oben zu sehende Streichung tatsächlich eine Streichung und auf einen nachträglichen Edit zurückzuführen ist, der lediglich ein Versuch des Schreibers darstellt, es einer Leserin Recht zu machen, da er das behandelte Thema für zu wichtig hält, als dass er ausgerechnet damit jemandem auf die Füße treten wollen würde. Das gesparte Maß an verbaler Artillerie wird er bei nächster Gelegenheit im Rahmen belangloserer Themen unter die Menschheit bringen.
Nu is aber gut, ja?