Neues Fotos: London 2004


Anfang Mai verbrachten wir vier Tage in London. Die Fotos davon gibt es jetzt im Album "London 2004" zu bewundern.

Geflogen sind wir relativ preiswert mit Air Berlin, direkt ab Hannover zum Flughafen London-Stansted, von wo aus man in einer guten halben Stunde in die Londoner Innenstadt kommt. Gewohnt haben wir im nicht ganz so billigen Hilton. Allerdings muss man dazusagen, dass Übernachten in London allgemein kein billiges Vergnügen ist, und wenn man sich ansieht, was man dort schon für ein ziemlich mieses Hotel zahlen muss, dann erscheinen die Wochenendangebote des Hilton gar nicht mehr so unvernünftig.

Zumindest wäre das so, wenn alles so klappen würde, wie man es von einer derart hochkarätigen Hotelkette erwarten kann. Doch so sieht die Wirklichkeit aus: Gebucht habe ich online. Wenigstens habe ich es versucht. Nachdem ich mich durch mehrere Formulare geklickt habe, bekam ich beim Absenden der letzten Seite eine Fehlermeldung vorgesetzt, die mir sagte, dass die Buchung derzeit ncicht möglich sei und dass ich es später wieder versuchen solle. Na gut, etwas später das ganze noch einmal, und da funktionierte es dann auch. Abends noch einmal in meine Mail gesehen, und siehe da: Zwei Buchungsbestätigungen mit unterschiedlicher Buchungsnummer. Die Herrschaften haben also offenbar noch nichts von Transaktionen gehört, und während das Web-Interface mir sagte, es könne nicht buchen, hat das buchende Backend trotzdem seinen Dienst verrichtet.

Nun muss man wissen, dass das Wochenendangebot im Hilton einen kleinen Haken hat: Auch, wenn man storniert oder einfach nicht kommt, wird mindestens der Preis für eine Übernachtung fällig. Da ich diesbezüglich also sofort eine Klarstellung loswerden wollte, schrieb ich den Sachverhalt an den Absender der Bestätigungsmails mit der bitte, mir noch einmal die Buchung exakt eines Zimmers zu bestätigen. Naja, Ihr ahnt es sicher: Die Mail kam als unzustellbar zurück. Da sonst keine Kontaktinformationen in den Mails zu finden waren und auch auf den Webseiten keine Mailadressen jenseits des Webmasters zu finden sind, wohl aber ein Kontaktformular, kopierte ich die meine Bitte aus der Mail mit einem erkllärenden Zusatz in jenes und bestätigte es - um dann gezeigt zu bekommen, dass der im Formular eingegebene Text von allen Zeilenumbrüchen und "überflüssigen" Whitespaces befreit wurde. So sieht man dann eine lange, gequotete Mail einmal mit ganz anderen Augen - aber das sollte natürlich nicht mein Problem sein, ich muss das Chaos ja nicht lesen. Dummerweise hat es auch sonst niemand gelesen, wie ich später feststellen sollte...

Es kam nämlich keine Antwort. Im Hotel angekommen wurde mir dann unterbreitet, ich hätte nicht eines, sondern drei Doppelzimmer gebucht. Jawohl, drei! Da hat also offenbar jemand mein Schreiben erhalten, keine Lust gehabt, sich alles durchzulesen, und beim Lesen von "bitte bestätigen, dass ich nur exakt ein Zimmer gebucht habe" sofort gehandelt und ein Zimmer auf meinen Namen gebucht, allerdings ohne Bestätigung.

Nun hat man allerdings mein Erstaunen über dieses Chaos doch respektiert und anstandslos zwei Zimmer restlos storniert. Ein Zimmer haben wir bekommen. Dort ging zwar die Minibar nicht auf (die muss zentral freigeschaltet werden), aber das störte uns nicht, weil wir auch andere Möglichkeiten kennen, in kurzer Zeit viel Geld auszugeben. Leider funktionierte aber im Bad das Licht nicht, was schade ist, wenn ein Bad auch kein Fenster hat. Am nächsten Morgen wollten wir das also an der Rezeption reklamieren. Auch wunderte uns, dass um 7:30 Uhr morgens der Fernseher von selbst anging mit den Worten "Welcome Thai Airlines PR". An der Rezeption verkündete man mir dann, meinen Namen nicht zu kennen. Auch sei unser Zimmer gar nicht belegt. Doch halt, so stimmte das nicht - genau an diesem Morgen wurde es nämlich belegt, und zwar von derThai Airlines crew. Unsere mehrfache Versicherung, in diesem Zimmer übernachtet zu haben, eine Schlüsselkarte dafür zu haben und auch zu existieren, veranlasste die noch müde Belegschaft dann doch zu leichter Hektik und letztendlich dazu, den Chef vom Dienst zu holen. Der hatte auch keine bessere Idee, als loszulaufen, um einen eventuell schon im Zimmer befindlichen Asiaten erst einmal freundlich wieder hinauszubitten. War aber kein Problem, das Zimmer wurde noch nicht okkupiert, und somit wurde es schnell auf unseren Namen umgebucht. Als Entschädigung durften wir uns abends ganz oben in der VIP Lounge die Kante geben und an kleinen Snacks sattfuttern.

Das Licht wurde übrigens repariert, auch wenn es dann wenige Stunden später wieder zur Hälfte ausfiel. Die letzte Ungereimtheit kam dann am letzten Morgen mit der Rechnung. Da stand nämlich nun ein Zimmerpreis drauf, der deutlich höher war als der eigentlich gebuchte. Er entsprach aber auch keinem der anderen Tarife, die ich vorher im Internet gesehen habe. Allerdings standen statt drei nur zwei Übernachtungen drauf, so dass die Gesamtsummer doch noch etwas niedriger war als sie hätte sein müssen. Allerdings standen auch noch ein paar Getränke aus der Minibar auf der Rechnung, die ich zwar angesehen, aber nicht getrunken und wieder zurückgestellt habe. Dummerweise ist die Minibar computerisiert und meldet sofort jede Entnahme an den Rechnungscomputer. Zurückstellen ist also nicht vorgesehen. Immerhin kann man hier nur im entferntestehn Sinne das Fehlen von Transaktionen bemängeln - immerhin gibt es zwar ein Commit, aber kein Rollback.

Bei der Vergabe von Zimmern fehlt aber ganz klar ein transaktionsbasiertes System: Wie kann es möglich sein, eine Schlüsselkarte für ein Zimmer zu programmieren, ohne das Zimmer für den programmierten Zeitraum auch gleichzeitig zu reservieren? Das kann doch echt nicht wahr sein. Wenn man da die Schuld komplett auf das Hotelpersonal schiebt, das ja seine Arbeit nicht komplett gemacht hat, dann mancht man es sich sehr einfach. Eine Software für kritische Einsätze - und den Umgang mit zahlungskräftigen Kunden einer sehr angesehenen Hotelkette betrachte ich als kritisch - muss Transaktionen verwenden und Plausibilitätsprüfungen integrieren. Ansonsten ist das Chaos im wahrsten Sinne des Wortes vorprogrammiert, und ich habe es live miterleben dürfen. Professionell ist anders!

Aber ansonsten hatten wir ein paar schöne Tage in London. Mehr gibt es im Fotoalbum zu sehen!