KDE ist auch nicht mehr, was Gnome einmal war

Muss es mir eigentlich peinlich sein, dass ich schon das ganze Wochenende mit KDE geliebäugelt habe? Ausgerechnet ich, wo ich doch immer auf der Seite der Guten (also Gnome) gestanden habe. Nein, es ist bestimmt nur so eine Phase. Das gibt sich wieder. Vielleicht.

Seit Gnome 2 entwickeln sich einige Dinge in eine sehr professionelle Richtung, keine Frage. Vor allem an der Usability wurde mächtig gearbeitet, was zur Folge hat, dass die meisten Gnome2-Anwendungen nur noch ganz wenige sichtbare Konfigurationsoptionen haben. Klar, so gewinnt man neue User, nämlich die breite Masse, die gar keine Lust hat, die Funktionsweise eines Programmes verstehen zu müssen, nur um es zu benutzen. Aber eventuell verliert man auch alte User damit, die gerne etwas tiefer in ihr System einsteigen. Und die alle auf den GConf-Editor zu verweisen, nein, das kann nicht die wirkliche LKösung sein.

Wozu muss man sich denn überhaupt auf eines der großen Desktop-Environments festlegen? Eigentlich nur aus wenigen Gründen:

  1. Alle Programme passen optisch gut zueinander
  2. Die Bedienung aller Programme folgt den gleichen Usability-Regeln
  3. Da alle Programme die gleichen Libraries teilen, sind auch fette Klötze schnell gestartet und verwenden wenig neuen Speicher, wenn die Libs schon von anderen laufenden Binaries geöffnet wurden

Ich gebe zu, dass mir auch der erste Punkt, und sei er technisch gesehen noch so dämlich, nicht ganz egal ist.

Wenn man diese Gründe für irgendwie zutreffend hält, entscheidet man wohl die Wahl des Desktop-Systems am ehesten anhand der bevorzugten Anwendungsprogramme. Was also hält mich bei Gnome?

  • Galeon, mein Webbrowser. Ist immer noch gut, aber nicht mehr so elegant wie die frühere GTK1.2-Version. Hat meines Erachtens auch zu wenig sichtbare Konfigurationsoptionen. Wenn ich mir dagegen Konqueror anschaue, werde ich glatt ein wenig neidisch.
  • grip, eine Oberfläche zum CD-Rippen und MP3-Kodieren. Benutzt ohnehin einige eigene Widgets und sieht daher auch unter Gnome wie ein Fremdkörper aus. Wird selten gestartet und läuft dann meist recht lange am Stück.
  • The GIMP, das GNU Image Manipulation Program. Ein echtes Paradestück für GTK-Programmierung. Wen wundert's, wo doch GTK ursprünglich nur ein Toolkit für GIMP war. Wird viel zu selten von mir benutzt, aber wenn, dann nehmen die diversen offenen Fenster ohnehin mindestens einen kompletten Desktop ein, so dass die Fenster nicht unbedingt mir anderen harmonieren müssen.
  • Multi Gnome Terminal, ein Terminalemulator mit Tabs. Liegt noch nicht als GTK2-Version vor und kann nur wenig mehr als konsole aus dem KDE-Projekt. Textschatten sind allerdings bei halbtransparenten Terminals nicht zu verachten, so etwas habe ich in konsole noch nicht gefunden.

Tja, das reicht mir irgendwie nicht aus, um meine Überzeugung von Gnome zu bestätigen. Warum bin ich so überzeugt von Gnome? Ich scheine es wirklich vergessen zu haben. OK, was mir bei KDE auffällt, ist, dass es stellenweise doch sehr chaotisch aussieht und auch so zu bedienen ist. Ein Einblich in die Welt der Perrfektion war mein Wochenendausflug also auch nicht wirklich. Wohl aber war er vermutlich Anlass genug, noch eine Weile zu zweifeln und zu überlegen, ob mein Bildschirm nicht einmal neue Tapeten gebrauchen könnte.

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get enlightened ;)

also...
ich hab seinerzeit auch mal gnome und auch kde
benutzt. mittlerweile benutze ich aber nur noch
e16 (enlightenment). ist zwar in dem sinn kein
desktop environment, sondern nur ein window manager,
bietet aber an konfigurationsmöglichkeiten so
einiges. und lässt sich dazu noch eins a bedienen.
an programmen benutze ich dann nur reine gtk+ oder
kommandozeilen programme (kein gnome, qt oder kde).

und wenn (die betonung liegt auf wenn) dann erstmal
e17 rauskommt...
- mit integriertem file manager
- eigenes widget set (hardware beschleunigt!!!,
ja! über die graka!!)
- und und und...

ein blick lohnt sich allemal:
http://www.enlightenment.org/

gruß
smoon aka sebastian

war schon einmal erleuchtet

e16 habe ich "früher" schon einmal als WM in Verbindung mit Gnome1 verwendet. Fand ich auch ziemlich cool, aber irgendwann hat dann der Sawfish das Rennen auf meinem Desktop gewonnen, weil er einfach viel kleiner und schneller war. Mit dem Eye Candy von Enlightenment kann er natürlich so wenig mithalten wie jeder andere Window Manager auch.

Wenn e17 herauskommt, werde ich ganz sicher einen interessierten Blick darauf werfen. Aber dass es überhaupt noch jemals erscheint, glaube ich erst, wenn ich es sehe.

Fesnterln

Ich bin von GNOME weg weil hier mit dem Update auf GNOME 2 irgendwas zerschossen wurde - GNOME reagiert seitdem extrem langsam, da dauert das umschalten zwischen den Desktops inkl. Fenster- / Iconaufbau schonmal zwei oder drei Sekunden. Also hab ich mal KDE ausprobiert, und ich bin dabei geblieben. *achselzuck*

MfG
's rw Eye-wink

Gnome langsam?

Das kann ich so eigentlich nicht nachvollziehen. Gnome rennt wie verrückt, meines Erachtens sogar schneller als KDE. Wirklich gemessen habe ich das aber nicht.

Wie es aussieht, wird mein Ausflug in die KDE-Welt auch nur ein Ausflug bleiben. Mehr dazu im nächsten Blog-Eintrag...