Der Kernel 2.6.0-test1 läuft hier nun auf dem ersten Rechner seit zwei
Tagen stabil. Ob ich ihn installiert habe, weil Linus dazu aufgerufen
hat, ihn intensiv zu testen, oder weil ich ein featuregeiles Spielkind
bin, überlasse ich Euer Fantasie. Fakt ist jedenfalls, dass der Kernel
einen guten Eindruck macht. Das fällt sofort ins Auge:
* __Alsa__ ist im Kernel
* neues virtuelles Filesystem namens __sysfs__ , das nach /sys gemountet werden kann
* __lm-sonsors__ ist auch in den Kernel gewandert
* aktueller __ACPI__-Code
* viele neue Treiber und Bugfixes
Es gibt beim Update ein paar Fallstricke. Die wichtigsten sind:
* Damit man beim Booten überhaupt Interaktion an der Konsole hat, müssen ein paar zusätzliche Optionen einkompiliert werden, die bisher nicht nötig waren. Genaugenommen sind dies CONFIG_INPUT, CONFIG_VT, CONFIG_VGA_CONSOLE und CONFIG_VT_CONSOLE. Man kann danach einfach in der .config suchen.
* Die 2.6er Serie benötigt wieder einmal neue Modutils. Damit man also auch Module laden kann, sollte man die installieren. Wer Debian Sid verwendet, kann dies einfach mit "apt-get install module-init-tools" bewerkstelligen.
Wer eine Nvidia-Karte hat und den proprietären Treiber von Nvidia
benutzen möchte, hat ein kleines Problem: Den Treiber gibt es noch
nicht für Linux 2.6. Macht aber nix, man kann ihn zurechtdengeln. Ich
habe den Installer (Paket nvidia-kernel-src, Version
1.0.4349-3) aus Debian Sid installiert und mit "make-kpkg" an die Wand fahren lassen. Dann habe ich in
modules_image
/usr/src/modules/nvidia-kernel-1.0.4349/debian/rules die Version von
4349 auf 4363 geändert und das make-kpkg noch einmal sterben lassen.
Danach habe ich die rules wieder editiert und die Aufrufe von wget und
tar sowie das Löschen des Buildverzeichnisses entfernt. Weiterhin habe
ich im Buildverzeichnis den Patch von http://www.minion.de/ angewandt,
mit "ln -s Makefile.nvidia Makefile" ein Makefile
vorgegeben, und in /usr/src/linux endlich den Paketbau vollendet. Das
entstandene Paket funktioniert tadellos.